Warum der „Kampf“ gegen die Depression?

Je älter ich werde, umso mehr stelle ich mir die Frage hat es noch Wert gegen die Depression anzugehen? Ich lebe oft so dahin im Wust der Emotionen, dem Nebel der Zukunft „wie geht es weiter?“ und erdrückenden Gedanken. Okay, es gibt auch Tage an denen ich denke, „was jammerst du, es geht irgendwie weiter“, was ja auch so stimmt. Bisher ist es in meinem Leben immer weiter gegangen, auch wenn ich das Licht am Ende des Tunnels nicht mehr sehen konnte und ich nicht gleich ne Lösung parat hatte (was für mich sehr schwierig ist, wenn ich Probleme nicht gleich aus der Welt schaffen kann).


Ab und an habe ich auch über Suizid nachgedacht. Aber Stopp, da ist mein behinderter Sohn, der familientechnisch nur noch mich hat. Sein leiblicher Vater ist vor Jahren gestorben, sein Bruder will nichts von ihm wissen, genauso wie sein Vater, als wir uns trennten. Ich muss einfach für ihn da sein.


Und dann kommen oft Gedanken, die auszusprechen keiner verstehen würde: „Ich muss ihn überleben, ich darf und kann nicht vor ihm gehen“. Wobei mir klar ist, dass ich darauf nur geringen Einfluss habe. Aber was passiert mit mir, wenn er zuerst geht…? Es würde mir das Herz zerreißen.

So gibt es manchmal Tage, an denen ich resigniere, mich einigle, mich verstecke, mit niemandem sprechen will, da fällt mir das Notwendigste schwer.


Es gibt einen Spruch, der da sagt: „Ich bin zu faul um aufzugeben“ der trifft´s bei mir ganz gut. Ich könnte die Schwester von Don Quichotte sein, das kämpfen gegen Windmühlen kann ich gut.


„Attacke…, auf in den Kampf!“ ;)

Der Sinn meiner Existenz ist keine logisch-mathematische Gleichung,

die ich rational zusammenstellen und dann auch noch öffentlich belegen kann.

Kommentare 11

  • Was gibt es noch neben dem Sohn, wofür Du Dich verwenden könntest?

    • Ich weiß es ehrlich gestanden nicht. Als ich noch Motorrad fahren konnte, da konnte ich wenigstens abschalten um wieder einigermaßen den Kopf frei zu bekommen.

      Ich war früher bei ai engagiert, aber das schaffe ich nervlich nicht mehr. Hatte viele Ideen, die behinderten Menschen hätten helfen können. Aber es ist dann nicht mal mehr zur Planung gekommen, da ich in vor Jahren in das tiefe Loch gefallen bin.

    • Du könntest zwei, drei Gespräche mit einem Psychologen darüber führen, was für Nebenaufgaben Du Dir noch trauen könntest! (Die Gespräche würde ja die Kasse zahlen.) Das schiene mir ein vernünftiger fruchtbarer Weg der Ausforschung zu sein!

    • Danke, lieb von Dir! Das hab ich schon versucht. Keine Ahnung, vielleicht bin ich Therapie resistent.

    • Es ginge ja nicht um eine Therapie, sondern um Ausforschung des Machbaren mit der Hilfe eines "Hilfreichen Dritten"... Nur darum ginge es. Um einen genau umgrenzten, recht überschaubaren Auftrag. Mehr nicht.

    • Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Psychologen gegenüber sehr vorsichtig geworden bin und das nötige Vertrauen erst langsam aufbauen kann. In meinen letzten ambulanten und stationären Therapien wurde dieses Thema angesprochen (in der stationären nur am Rande), leider konnte ich da nichts für mich mitnehmen.