Blog-Artikel von Becco

    Nach den Wochen Arbeit im Seniorenheim muss ich gestehen, dass ich teilweise überfordert bin. Nicht mit der Arbeit, sondern dem täglichen Wahnsinn drumherum. Ich bekomm Haushalt und Arbeit nicht so gut gebacken, was ich aber jetzt nicht als allzu tragisch empfinde, okay, ein bisschen schlechtes Gewissen hab ich schon. Was mich dann aus der Bahn wirft, sind z. B. Formulare der Familienkasse, AfA und und und. Dafür hab ich überhaupt keinen Nerv, weil ich mich jetzt auf die Ausbildung konzentriere und alles auf einmal schaff ich nicht in Ruhe und Gelassenheit. Wobei ich mir sage, dass ich bisher auch alles in den Griff bekommen habe, schleicht sich da immer wieder so ein Teufel in meine Gedanken, der meint er müsse mich in das schwarze Loch schmeißen, aus dem ich grad kraftraubend rausgekrabbelt bin. So ein Scheiß aber auch.

    Dann kommt dieser Teufel auch noch mit: "Wer weiß, ob Du das alles auf Dauer schaffst".

    Aber, ich bin zu faul, um aufzugeben! ;)

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    Nun bin ich in der 3. Woche des Praktikums und habe auch schon die Schattenseite in diesem Seniorenheim kennen lernen dürfen. Okay, ich sollte vllt. nicht darüber schreiben, aber es muss aus mir raus, Ihr seid ja irgendwie meine Therapeuten, die ehrlich ihre Meinung kund tun!

    Erwähnt hab ich ja schon, dass einige Mitarbeiter/innen recht schnippisch sind und ich arbeite immer noch daran, es mir nicht zu Herzen zu nehmen. In letzter Zeit wurde ich von denen auch oft gefragt, was ich früher beruflich gemacht hätte und kaum eine versteht, warum ich den Beruf wechseln will, von meinen Depressionen hab ich nichts erzählt.

    Dann ist da noch die Leiterin des Heimes. Sie ist eine sehr vorlaute Person, auch schnippisch und hat einen Chargon wie ein Scherenschleifer, was ich recht unpassend finde. Sie sitzt mit dem Personal immer mit im Raucherraum. Die Anwesenden versuchen ihr Bestes zu geben, um ihr gefällig zu sein, wenn sie anwesend ist. Sie hat mich auch gleich von Anfang geduzt, ohne mich

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    Gestern war ein harter Tag für mich. Meine direkte Vorgesetzte war nicht da, so wurde ich einer anderen zugeteilt. Die ist recht schnippisch, was ich nicht vertrage, weil ich denke, dass man mit dem Umfeld nicht so umgehen muss. Dann habe ich feststellen müssen, dass die männlichen Bewohner oft sehr "eigenartig" sind, rechthaberisch, grantig und fordernd. Ich arbeite daran, mir das nicht zu Herzen zu nehmen, hat ja auch nix mit mir zu tun, die sind eben so. Und manche Angehörige der Bewohner sind auch etwas "seltsam". Aber damit umzugehen ist die Kunst.

    Gestern war "Kaffeeklatsch mit Klaviermusik zum Mitsingen. Alte Lieder, deren Texte ich teilweise nur im Refrain kannte. Aber die Herrschaften haben fleißig mitgemacht und die beiden Damen neben mir konnte ich dazu animieren etwas mit den Händen mit zu schunkeln. Wir führten nette Gespräche und es war eine gelungene "Musikstunde". Irgendwie fand ich die Beiden putzig, was aber nicht heißt, dass man sie in ihrer Art nicht ernst

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    Heute ist der 7. Praktikumstag. Ich fühle mich wohl bei der Arbeit. Nur Mitarbeiter sind manchmal etwas launisch, launischer als die Bewohner und oft sehr hektisch. Was ich überhaupt nicht verstehen kann, weil´s gar nicht um Notfälle geht. Aber die sind oft so angespannt und unter Druck (kommen aus diesem Teufelskreis wie es scheint nicht mehr raus), dass sie manchmal nicht mehr merken, dass sich der Stress auch auf Kollegen und vor allem die Senioren überträgt.

    Heute muss ich von 13 -18 Uhr ran. Die Zeit vergeht ziemlich schnell. Abends bin ich immer so müde, gestern z. B. bin ich um 20.15 auf der Couch eingeschlafen und um 21.30 ins Bett.

    Gestern habe ich die Bewerbung für die Eignungsfeststellung und das Praktikum zur Ausbildung abgegeben. Mal sehen, ob sie mich nehmen. Falls ja, werde ich auch da auch nach (bzw. kurz vor) der Ausbildung eine Bewerbung abgeben (vorausgesetzt ich bestehe die Prüfung).

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    Hab heute noch alles wegen der Ausbildung zur Betreuungskraft erledigt. Sie ist genehmigt, JUHU!!!

    Sogar der Mitarbeiter der AfA bemerkte, dass es mir besser geht. Ist das nicht der Wahnsinn? Wie schnell sich das Leben ändern kann! Gut, die Depression wird sich dann wieder wichtig machen, wenn ich mich unwichtig mache. Aber im Moment genieße ich diesen Zustand. Ich hab wieder Perspektiven, ein Ziel und ich sehe das "Licht am Ende des Tunnels". Ich dachte ja, ich geh in jeder Beziehung unter.

    Ich hatte befürchtet, dass ich wieder ins Büro muss und ich da total überfordert bin. Ich hab allgemein befürchtet, dass ich mit allem überfordert bin, aber so scheint es nicht zu sein.

    Mir ist bewusst, dass auch wieder andere Zeiten auf mich zukommen können, vor allem, wenn es meinem Sohn wieder schlechter ginge. Aber ich schiebe diese bösen Gedanken erstmal beiseite.

    Ich habe das Gefühl, ich lebe wieder mehr. Okay, ich fühle mich noch oft wie unter einer Glaskugel, abgetrennt von der Umwelt

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    Gestern war der 4. Tag im Praktikum, heute habe ich frei, damit ich mich um die Ausbildung kümmern kann.

    Im Seniorenheim läuft es gut, vor allem mit den Bewohnern. Die Schwestern und Betreuerinnen sind ein wenig anstrengend, weil sich keine mit der anderen abspricht, was ich zu tun habe. Da sind z. B. Herrschaften, die nicht alleine essen können. Voraussetzung um vom Tisch weg zu kommen ist, dass sie ihre Getränke leer trinken und teilweise ihre Teller geleert sind. Das dauert natürlich alles seine Zeit, denn schnell geht da gar nix, weil sie sich verschlucken könnten und das will man ja vermeiden. Ich helfe wo ich kann, auch z. B. beim Betten beziehen, was eigentlich nicht meine Aufgabe ist (aber bevor ich rumstehe...), aber ich kann mich nicht teilen und ich fange an, Grenzen zu setzen, wenn jemand aus dem Hinterhalt ruft ich müsse noch bei jemandem das Essen eingeben. Früher hätte ich das still schweigend hin genommen und mich beeilt, dass ich mit dem 1. Bewohner fertig

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    Der 2. Tag des Praktikums ist um. Ich hätte nie gedacht, dass mir die Arbeit im Seniorenheim so einen Spaß macht.

    Es ist einfach …. ich finde grad kein passendes Wort. Einige der Senioren sind geistig total fit und mit denen Späßchen zu machen ist erfrischend! Auch die, die dement sind, sind einzigartige Menschen, leben zwar in ihrer eigenen Welt, aber ihnen dabei zu helfen, sich in "ihrer Welt" zurecht zu finden (ihnen ihre Visionen nicht auszureden, sondern sie ernst zu nehmen) bringt mir viel.

    Leider ist die Zeit für Gespräche sehr knapp, was ich schade finde, aber das ist das System, in dem wir leben, alles sollte schnell gehen und man hetzt herum. Trotzdem schaffe ich es immer wieder, mich ein wenig mit den Leuten zu beschäftigen, z. B. beim Essen eingeben.

    Wahrscheinlich musste ich selbst erst ganz unten sein, um zu erkennen, dass wir Menschen alle auf einem Planeten leben und uns nur eine gewisse Zeit gegeben ist, die wir so gut es geht nutzen können/sollten. Hinter den

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    Mein erster Arbeitstag im Praktikum ist vollbracht. Dieses Praktikum findet in einem Seniorenheim statt, von 8 - 13 oder 13 - 18 Uhr, die nächsten 2 Wochen. Danach kann ich dann einen 3-monatigen Kurs, der mich als Betreuungskraft qualifiziert, besuchen.

    Ich hatte recht Bammel davor, hab mir aber eine Strategie zurecht gelegt z. B. nicht gleich alles Leid in mich "hinein zu saugen", sondern meine tieferen Gefühle erstmal außen vor zu lassen. Und was soll ich sagen, es hat funktioniert und es hat mir Spaß gemacht, die Herrschaften zu versorgen, beim Essen zu helfen, ihnen die Hände zu streicheln und mit ihnen zu lachen. Da es "nur" eine Betreuung und keine Pflege ist, ist es angenehmer. Pflege ist schon um einiges schwieriger.

    Es ist auch um Einiges leichter, wenn man sich um Menschen kümmern kann, außerhalb der Familie. Wenn ich dran denke, wie wir als Familie meine Mutter nach ihrem Schlaganfall gepflegt haben, war das eine sehr traurige und Nerven aufreibende Situation.

    Habe ich

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    Heute morgen beim 1. Kaffee ist mir aufgefallen, dass sich wieder Angst und Selbstzweifel in mir breit machen.

    Hin und her gerissen zwischen einer dosierten Euphorie und Zweifel... Meine Seele sehnt sich so nach einem "normalen" Leben, sprich zB nicht auf Teufel komm raus eher in Rente zu gehen, sondern einfach bis zur Rente durch zu halten, ja sogar vllt. noch etwas Spaß zu haben. Evtl. macht mir der Job Spaß, aber was wenn nicht....? Evlt. löst sich alles in Wohlgefallen auf, aber was wenn nicht...?

    Die "erwachsene" Gabi weiß genau, dass sie das auf sich zukommen lassen muss, ruhig bleiben soll und einfach abwarten. Das "innere Kind" schreit nach Geborgenheit, nach Stabilität und möchte sich in der Zukunft versorgt wissen, alles macht ihm schon wieder Angst und Unbehagen und ist eingeschüchtert. Es kostet viel Kraft und Energie, sich selbst auf ein etragbares Level zu bringen. Eigentlich war ich schon immer zu faul um aufzugeben. ;)

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    Die letzten Tage hat sich ziemlich viel getan. Ich fühl mich irgendwie überfordert, aber andererseits kommt meine "Kämpfernatur" wieder mehr nach oben.

    Ich sollte jetzt eigentlich eine fördernde Maßnahme von der AfA aus machen. Nun hat es sich aber ergeben, dass ich am 22.11. einen Kurs zur Qualifizierung zur Betreuungskraft, gem. § 87b SGBXI machen kann. Mein Praktikum wurde jetzt vorgeschoben, um zu sehen, ob ich dafür geeignet bin. Ich bin am Zweifeln, aber anderenteils ist mir bewusst geworden, dass ich mich in so einer Opfer-Rollen-Spirale befinde, die ich nicht mehr aushalte. Es wird mit Sicherheit nicht ganz einfach, aber ich möchte die Chance nicht ungenutzt lassen. Seit ca. 1 Woche (2 Wochen nach Erhöhung der Medikamente) geht es mir angsttechnisch etwas besser.

    Wir hatten auch 2 Tage in dieser Woche einen sehr guten Dozenten, der sehr viel Wert auf Psychologie legte und der mir etwas Halt gegeben hat während der Woche. Es verbreitete sich in mir eine Schwingung, die die

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