Medikamente Ja oder Nein

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Suse.

  • Für mich sind Medikamente hilfreich zur Unterstützung.

    Aber das muss natürlich jeder für sich selber beurteilen und entscheiden.

    Wenn jemand es ohne Medikamente schafft finde ich das gut. Ich habe es so ca. 30 Jahre auch ohne geschafft.

    Und "nur" Medikamente helfen eh nicht - man muss schon auch selber noch Sachen machen. Sei es sich mit dem Thema beschäftigen, Atemübungen, Therapie usw.

    Aber wenn man das nicht schafft, sollte man sich nicht gegen Medikamente sperren.

    Sie sind für mich eine Art "Türöffner" um selber wieder aktiv werden zu können.


    Ich gehe nicht davon aus das Depressionen (zumindest schwere und wiederkehrende) geheilt werden können.

    Man muss und kann mit ihnen leben. Aber NUR wenn man sie akzeptiert und auch handelt, kann man sein Leben wieder selber gestalten. Ansonsten ist man ausgeliefert.

    Und dafür brauche ich mittlerweile die Medikamente. Ohne die bin ich handlungsunfähig. Vielleicht ändert sich das mal wieder, aber zur Zeit ist es so.

    Und wenn ich Diabetes habe nehme ich auch meine Medikamente und wenn ich dann an meiner Ernährung arbeite, kann ich die evtl. mal reduzieren.


    Und klar haben die Nebenwirkungen, wie jedes Medikament. Aber auch da muss man abwägen, nehme ich die in Kauf und spüre das Leben wieder oder nehme ich sie nicht in Kauf und vegetiere nur vor mich hin. (Das ist nur MEINE Meinung und Erfahrung - andere empfinden es sicher anders.)

    Und das Thema abhängig - nein sie machen NICHT psychisch abhängig. Bis auf Benzos die man oft zum schlafen nehmen kann/soll.

    Benzos lehne ich für mich ab. Ich schlafe bescheiden und das nervt auch gewaltig. Aber da ich kann mir meine Zeit einteilen, also schlafe ich dann tagsüber wenn ich müde bin.


    • Psychische Substanzabhängigkeit ist definiert als übermächtiges, unwiderstehliches Verlangen, eine bestimmte Substanz immer wieder einzunehmen bzw. eine bestimmte Handlung immer wieder auszuführen, um ein Lustgefühl zu erlangen und/oder ein Unlustgefühl zu vermeiden.
    • Physische (körperliche) Abhängigkeit ist charakterisiert durch eine Toleranzentwicklung, die zu Dosissteigerung führt sowie durch das Auftreten von körperlichen Entzugserscheinungen bei Absetzen der Substanz/Unterdrückung der Handlung (z.B. Zittern, Unruhe, Schweißausbrüche).

    Ja man hat Nebenwirkungen beim Ein- und beim Ausschleichen. Das nehme ich als gegeben hin - aber ich muss sagen die beim Ausschleichen waren bei mir bisher alle ok.

    Kopfschmerzen, Übelkeit usw. - allerdings habe ich da auch nie darüber nachgedacht oder mich reingesteigert. Ich wusste ja, das geht wieder weg.


    Ich bin froh das es die Medikamente gibt - denn sie haben mich aus einem sehr schwarzen, sehr tiefen Loch geholt.

    Einige sagen sie möchten sie nicht nehmen, um für andere wieder zu "funktionieren".

    Das würde ich auch nicht machen oder wollen, aber für mich möchte ich schon handlungsfähig sein.


    Aber um es noch mal klar und deutlich zu sagen - NUR Medikamente helfen nicht - und Wunder können sie auch nicht bewirken.
    Aber sie können unterstützen und manchmal den nötigen "Schubs" geben.

  • Hallo Suse,


    dein Post ist zwar schon etwas länger her und ich bin ein Neuling hier und habe nach vielen Gedankenwälzen jetzt auch die Entscheidung getroffen, ein Medikament zu nehmen. ich wurde von meiner Psychiaterin super gut aufgeklärt und das, was man an Kritik zu Antidepressiva im Netzt findet, ist z.T. veraltet. Ich hab es auch lange alleine geschafft oder versucht, aber jetzt nach 2 Jahren (mind.) ist es für mich an der Zeit, mir helfen zu lassen. Bis jetzt vertrag ich das Medikament gut, und hab nur bissl Übelkeit und Bauchgrummeln und einen leichten Druck im Kopf und bin jetzt bei Tag 2. Meine Mutter hat es so schön formuliert "Sieh es wie einen Stock, der dir eine Zeit lang beim Gehen hilft, bis du es wieder alleine kannst". Parallel bin ich jetzt in Therapie (ich hatte sehr viel Glück relativ schnell eine zu finden) und sehe das Medikament als Stütze, damit ich die Sachen, die ich schon so lange ändern möchte und muss auch schaffe umzusetzen und nicht immer wieder in alte Muster versetzt zu werden. Vielleicht ist es auch so ein Gedanke wie "wenn ich schon so was nehm, dann soll es nicht umsonst sein". Deinen Post fand ich auf jeden Fall sehr gut und sachlich geschrieben :-) Liebe Grüße

  • Hallo Agrypnie, ja klar gerne, ich war mir unsicher ob ich das darf...:)

    Es ist Escitalopram und ich nehme jetzt eine halbe Tablette für 7 Tage (entspricht 5 mg) und dann 7 Tage eine ganze (10 mg) und dann bin ich wieder zum Besprechen beim Arzt.

  • Vielen Dank :)


    Hier im Forum gibt es ein Thema, namentlich genannte AD-Medikamente (AD = Antidepressiva).


    Darin hat Suse bereits einen Thread zu Escitalopram eröffnet. Vielleicht magst Du da Deine Erfahrungen mit diesem Medikament schildern.


    Hier gehts zu "Namentlich genannte AD-Medikamente - Escitalopram"



    Mit Wissen, daß jedes Medikament bei jedem unterschiedlich wirken kann, wären wir doch dankbar über jegliche Erfahrungen.



    Natürlich hoffe ich, daß das Medikament seine gewünschte Wirkung bei Dir hat und drück ganz fest die Daumen für eine baldige Besserung.

    "Let the day perish on which i was born..." - YOU EXIST FOR NOTHING -



  • "Sieh es wie einen Stock, der dir eine Zeit lang beim Gehen hilft, bis du es wieder alleine kannst"

    Das ist ein schöner Vergleich, so sehe ich es auch.

    Auf jeden Fall hört es sich doch schon mal positiv an, besonders der Therapieplatz ist auch immer schwer zu finden.

    Und dann muss es ja auch noch "menschlich passen".


    Und ich finde es gut, das deine Mutter Verständnis hat, auch das ist nicht selbstverständlich.

  • Ich nehme jetzt seit fast 7 Jahren Citalopram 10 mg. Von der Wirksamkeit habe ich mir, um ehrlich zu sein, schon mehr erhofft.

    Ich habe es auch schon mit erhöhter Dosis versucht, aber mit dem Resultat, sehr schläfrig zu werden und vergesslich...

    Hier würde ich darüber den behandelnden Arzt konsultieren und von Selbstexperimenten rate ich ab (selbst Dosis erhöhen etc.).


    Und auch Dir möchte ich vorschlagen, Deine Erfahrungen in dem Thema "Namentlich genannte AD-Medikamente" zu teilen. Allerdings müßte für Citalopram glaub ich ein neues Thema eröffnet werden.


    Natürlich nur, wenn Du magst.


    Ich find es hilfreich für andere die evtl wenig bis gar keine Erfahrungen mit AD-Medis gemacht haben - immer wissentlich natürlich, daß die Medikamente bei jedem unterschiedlich wirken können.

    "Let the day perish on which i was born..." - YOU EXIST FOR NOTHING -



  • Nein, versteh mich bitte nicht falsch, ich habe die Dosis nicht eigenmächtig erhöht, sondern in Absprache mit meinem Psychiater.

    Eigenmächtig unternehme ich, was die Medikation betrifft, nichts, und rate davon selber auch unbedingt ab.


    Eines versteh ich allerdings nicht.


    Natürlich brauch ein Medikament seine Zeit, um zu wirken. Allerdings erscheinen mir nun 7 Jahre doch zu lang, da nur bei diesem einen Medikament zu bleiben ohne ersichtliche Besserung.


    Hast Du nicht mal gefragt nach einem anderen Medikament oder der Psychiater den Vorschlag gemacht?

    "Let the day perish on which i was born..." - YOU EXIST FOR NOTHING -



  • Pipamperon hat er mir mal verschrieben. Doch ich vertrug es nicht, wie etliches andere. Du musst wissen, mein Verhältnis zu ihm ist auch nicht das Vertrauensvollste. Das Citalopram hilft mir über die Spitzen hinweg, mehr aber nicht. Er verschreibt es mir, ich nehme es. Mir fehlt auch der Mut, ein anderes Medikament zu probieren.

  • Pipamperon hat er mir mal verschrieben. Doch ich vertrug es nicht, wie etliches andere.

    Die hatte ich auch, auch nich vertragen - bin ich halb aufm Zahnfleisch gekrochen, mußte zu der Zeit auch arbeiten. Wie ich das geschafft hab, weiß ich nich mehr. Ein Zustand wie völlig zugedröhnt.


    Hingegen bei Citalopram hab ich gar nix gemerkt, die hatte ich zu allererst. Bei denen denke ich immer, daß es eine Art Placebo ist (ist natürlich nur mein Eindruck) - weil ich viel gelesen hab, daß Leute dieses Medikament meist zu allererst bekommen - scheint so die "Einstiegsdroge" zu sein.


    Wenn sie Dir allerdings etwas helfen, ist es gut.


    Du musst wissen, mein Verhältnis zu ihm ist auch nicht das Vertrauensvollste.

    Das Problem ist leider sehr häufig, und viele brechen dann auch ab.


    Es ist leider schwer, die/den Passende/n Therapeutin/en für sich zu finden. Und man selbst brauch zudem noch Vertrauen. Und wenn man da schon Probleme hat, gestaltet sich das alles noch schwieriger. :-//



    Mir fehlt auch der Mut, ein anderes Medikament zu probieren.

    Es ist ja immer unter ärztlicher Aufsicht. Und wenn Du ihm genau schilderst, was Du magst oder eben nicht magst - und auch die evtl. Nebenwirkungen mit ihm durchgehst - dann sollte das alles kein Problem sein.


    Wenn Du allerdings jetzt soweit zufrieden bist mit den Citalopram, dann laß erstmal so.

    "Let the day perish on which i was born..." - YOU EXIST FOR NOTHING -



  • Ich glaube Citalopram ist der Vorgänger vom Escitalopram ... das zweite ist wohl etwas teurer für die Krankenkasse und hat angeblich weniger Nebenwirkungen.


    Aber ok ich habe eh selten Nebenwirkungen bei den Medikamenten - ich habe mal die Tage in einem Bericht gesehen, wenn man wenig Nebenwirkungen hat, ist das ein Zeichen dafür das man das "zu schnell" wieder abbaut. :-O



    weil ich viel gelesen hab, daß Leute dieses Medikament meist zu allererst bekommen

    Ja ich habe auch mit Escitalorpram angefangen - allerdings habe ich mittlerweile einige Medikamente probiert.