Chronische Rückenbeschwerden

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Agrypnie.

  • Ich grüße euch,


    wie es der Titel schon sagt, möchte ich mich hier mit dem Thema Rücken(schmerzen) beschäftigen, da dies für mich gezwungenermaßen ein sehr zentrales Thema ist.


    „Bandscheibenvorfall, werde ich immer mit „BSV“ abkürzen, da dieses Wort hier wahrscheinlich öfter fallen wird.


    Zu meiner (etwas langwierigen) Vorgeschichte: Mit 25 Jahren hatte ich meinen ersten Bandscheibenvorfall in L4/5, also Lumbago Bereich, welcher aufgrund einer Fußheberparese sofort operiert werden musste.

    Zwei Jahre später, mit 27, kam der nächste BSV, wieder im Segment L4/5 und ich musste erneut, aufgrund einer fast gänzlichen Lähmung des rechten Beins und unerträglichen Schmerzen, notfallmäßig operiert werden.

    Der akute Schmerz und auch die Lähmung gingen dadurch zwar weitestgehend zurück, jedoch entwickelte ich trotz allem, einen chronischen Rücken- und Nervenschmerz, welcher mich in die dauerhafte Arbeitsunfähigkeit katapultierte. Mittlerweile bin ich deswegen voll erwerbsunfähig und berentet.


    Aktuell habe ich einen BSV in L4/5 (wieder Reprolaps), und zwei Neue in L5/s1 und L3/4. Aufgrund dessen habe ich mittlerweile eine Instabilität im Lendenwirbelbereich, welche mich daran hindert länger am Stück zu laufen, zu stehen oder zu sitzen.


    Die Ursache dafür, dass ich mit „jungen“ Jahren bereits so viele BSV entwickelt habe, ist wahrscheinlich eine ausgeprägte Form der Bindegewebsschwäche.


    Ich habe in den letzten Jahren alles Mögliche an Behandlungen ausprobiert und über mich ergehen lassen. Ich zähle auf:


    - Medikamentöse Therapie: Palexia (Tapentadol), Gabapentin, Pregabalin, Muskelrelaxanzien, Kortison (Dexamethason))

    - Viele Stunden Physiotherapie

    - Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht

    - Reizstromtherapie mit dem TENS-Gerät

    - CT-gesteuerte Infiltrationen

    - „Selbsttherapie“ durch spezielle Übungen und Sport

    - Psychotherapie


    Das einzige, was ich als ein klein wenig effektiv empfinde, ist die orale Kortisontherapie. Allerdings ist die Dauer der Besserung dadurch leider nur sehr begrenzt und durch die extremen Nebenwirkungen ist dies momentan erst mal keine Option mehr.

    Alles andere, also die physikalischen Therapien und auch die Infiltrationen, brachten keine nennenswerte Besserung und von meinem Gefühl her wird es von Jahr zu Jahr immer schlimmer. Klar, ich mein, ich werde ja auch nicht jünger. Die Neurochirurgen raten mir allerdings von einer OP ab, da bei mir nur noch eine Stabilisierung die letzte operative Option und das mit 30 Jahren nicht anzuraten wäre.


    Mittlerweile bin ich aber wirklich am überlegen, ob ich es nicht doch einfach machen lassen sollte. Um eine OP werde ich ohnehin früher oder später nicht herum kommen.


    Gut, das war es von meiner Seite und jetzt würde ich gerne eure Erfahrungen und (Rücken)Geschichten hören, oder vielleicht habt ihr auch einfach nur Ideen und Anregungen zu diesem Thema.


    Grüße,


    Schwarzschildradius

  • Oh je, das liest sich nicht gut. Ich kenne diese Schmerzen nur zu gut. Im Moment fällt mir dazu nur eine Freundin ein, die sich an der Wirbelsäule operieren und eine Platte hat einsetzen lassen. Entweder ist damals schon nicht korrekt gearbeitet worden oder die Nachsorge, sprich Krankengymnasten haben es vermurkst. Würde mich an Deiner Stelle ganz genau informieren, also Prognosen und gegebenenfalls betroffene Patienteninfos einholen.


    Ich selbst leide eine an einer Osteochondrose in den Lendenwirbel. Es ist eine degenerative Erkrankung der Knochen.

    "Auch wenn es gelänge, die Tiere vor uns zu schützen, wir hätten nichts erreicht. Erst wenn es gelingt,

    die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel! Dann haben wir etwas verändert: UNS"

    Michael Aufhauser (Gut Aiderbichl)

    Einmal editiert, zuletzt von Becco ()

  • Bei mir ist es so das sich der Spinalkanal verengt hat. Dadurch kann ich nicht mehr so lange gehen/laufen und manchmal "knickt" mir das Bein weg. (Das hatte ich zum Glück aber schon länger nicht mehr)

    Die Ärzte wollen "irgendwas" da mal machen - allerdings kümmere ich mich da nicht so richtig drum - vermutlich ist der "Leidensdruck" noch nicht hoch genug :-O - und das sie da "irgendwas" machen wollen.... nunja das hört sich für mich auch nicht so klasse an - somit schiebe ich es auf.

    Ich war vor einigen Monaten in der Röhre, da haben sie dann die Diagnose gestellt.

    Das einzige was ich an der Diagnose gut finde, ich weiß das ich mich nicht "anstelle" - wenn ich sag ich KANN nicht mehr weiter gehen - es geht dann wirklich nicht.

  • Danke für eure Antworten.


    Ich selbst leide eine an einer Osteochondrose in den Lendenwirbel. Es ist eine degenerative Erkrankung der Knochen.

    Das klingt auch sehr unangenehm... das bereitet früher oder später bestimmt auch ziemlich Schmerzen.

    Bei mir ist es so das sich der Spinalkanal verengt hat. Dadurch kann ich nicht mehr so lange gehen/laufen und manchmal "knickt" mir das Bein weg. (Das hatte ich zum Glück aber schon länger nicht mehr)

    Das kommt mir irgendwie sehr bekannt vor... ich bekomme nach einigen Metern eine Art muskelkarterartige Schmerzen und mein Bein/Fuß fängt an zu krampfen. Gut, dass es erst einmal aufgehört hat.

    Das einzige was ich an der Diagnose gut finde, ich weiß das ich mich nicht "anstelle" - wenn ich sag ich KANN nicht mehr weiter gehen - es geht dann wirklich nicht.

    Ich verstehe dich. Sowohl die eigene als auch die Akzeptanz von außen ist schwierig. Alle in meinem Umfeld, außer meiner Partnerin, hat niemand wirklich Verständnis für meine Situation, trotz Diagnosen Schwarz auf Weiß. Wenn dich nur einer einkaufen, oder in der Stadt laufen sieht (weil du unterwegs zum nächsten Arzttermin bist), oder man einfach nur mal lächelt und nicht vor Schmerzen das Gesicht verzieht, heißt es direkt "Ach, der kann es doch gar nicht so schlecht gehen" oder "Sie ruht sich auf ihrer Krankheit aus". Mich interessiert die Meinung und Ansicht anderer eigentlich nicht - aber wenn man ständig damit konfrontiert wird, kann es irgendwann doch zur Belastung werden. Ich werde von einem Teil meiner Familie behandelt wie ein Schwerverbrecher, nur weil ich nicht in der Lage bin einer Arbeit nachzugehen.

    Ich habe mir das Leben so bestimmt nicht ausgesucht und es macht mich auch verdammt nochmal nicht glücklich, wenn ich den ganzen Tag zu Hause herumliege.

  • . Mich interessiert die Meinung und Ansicht anderer eigentlich nicht - aber wenn man ständig damit konfrontiert wird, kann es irgendwann doch zur Belastung werden. Ich werde von einem Teil meiner Familie behandelt wie ein Schwerverbrecher, nur weil ich nicht in der Lage bin einer Arbeit nachzugehen.

    Da solltest du ganz doll dran arbeiten - denn das macht einen noch mehr krank.

    Zur Not mach dir eine Kopie mit der Diagnose - evtl. gekoppelt mit dem Spruch:


    Bildergebnis für asthma genug luft spruch




    Und dann drück es den Leuten kommentarlos in die Hand.

    Lass diese blöden Sprüche einfach nicht an dich ran - versuche das - das kann man lernen.


    Auf solche Sprüche gibt es von mir nur ein "JoJo.." und dann bin ich damit durch.

  • Manchmal geht sowas ganz gut ..... und manchmal wälzt man gedanklich Romane...

    Ich halte solche Menschen wirklich für dumm und dumm ist nicht tragisch - aber diese Leute WOLLEN es auch nicht begreifen.


    Ich wälze auch gedanklich Romane... aber dann eher … was kann ich für mich und mein Leben tun.

    Wird es irgendwann vielleicht doch mal besser usw usw.

    Das ist ätzend genug, da belaste ich mich nicht zusätzlich damit, das einige Menschen einfach zu blöde sind zu kapieren, das ich mir das ganz sicher, weder einrede noch freiwillig ausgesucht habe :g005:

  • Suse


    Du hast mit allem Recht... aber Du kennst ja selbst auch diese "beschissenen" Tage, wo man sich für alles und wider nix Gedanken macht, sich versucht, zu rechtfertigen, obwohl kein Grund besteht... etc...


    Wenn ich so stark wär zu sagen, geht mir am A.... vorbei, ohne diese Gedankenkreiserei... wär ich auch nich da wo ich jetzt bin und wär wohl "gesund"


    Gesund... was immer das heißt... (aber das is n anderes Thema)

    "Let the day perish on which i was born..."


  • Wenn ich so stark wär zu sagen, geht mir am A.... vorbei, ohne diese Gedankenkreiserei... wär ich auch nich da wo ich jetzt bin und wär wohl "gesund"

    Ne dann bist du nicht gesund - mir gehen die Menschen die so ein Dünnsinn erzählen am A.... vorbei.

    Aber ich grübel trotzdem ständig herum und komme nicht "aus dem Quark".


    Das ist nur EINE Sache die ich mir abgewöhnt habe - allerdings hat mich die Meinung anderer früher auch schon nicht so interessiert.

    Ich denke immer, jeder sollte immer erst mal vor der eigenen Tür kehren.

    Und da ich einiges ja noch nicht einmal selbst verstehe, geschweige dann erklären kann.... nehme ich manchmal andere dafür sogar in Schutz,

    ist ja auch schwer zu verstehen.

    Aber auch wenn man etwas nicht versteht, kann ich erwarten das man es akzeptiert und keine dummen Sprüche ablässt.

  • Ne dann bist du nicht gesund - mir gehen die Menschen die so ein Dünnsinn erzählen am A.... vorbei.


    Reden wir jetzt aneinander vorbei? :-//



    Mir geht es oft so, daß ich mir Gedanken mache, obwohl ich weiß, daß ich Recht habe und daß vieles Ignoranz und Dummheit der Leute ist, sie lieber Ihre Geschichten mit anderen spinnen, sich aber nicht die Mühe machen für ein Gespräch mit Betroffenen.


    Die Tage sind nicht alle gleich bei mir. An manchen Tagen geht mir halt alles am A.... vorbei und an manchen wälz ich wirklich jede Kleinigkeit, auch wenn ich für mich weiß, es bringt nix und sollte mir keine Gedanken machen, da kein Grund besteht. Ich weiß, daß es viel Schlimmeres gibt, und ich kann die Menschen nicht ändern. Und solang es Menschen gibt, solang wird Dummheit und Ignoranz existieren.


    Ich kann Akzeptanz erwarten, ja.... diese wird aber zum größten Teil niemals eintreten. Und dahingehend muß ich für mich persönlich einen Weg finden, damit klar zu kommen.


    Alles ist irgendwo ein Kampf... aber ich bin müde geworden, zu müde

    "Let the day perish on which i was born..."


  • ...Und dann drück es den Leuten kommentarlos in die Hand.

    Lass diese blöden Sprüche einfach nicht an dich ran - versuche das - das kann man lernen.

    Wenn ich das tue, erreiche ich genau das Gegenteil - ich kenne meine Sippe und die Leute, welche nicht verstehen wollen.

    Nein, ich versuche natürlich es nicht an mich herankommen zulassen, rechtfertige mich mittlerweile nicht mehr und sage ihnen, was sie hören wollen - manche wollen eben einfach "belogen" werden. Jede Diskussion über meine Situation beende ich mit dem Satz "Ich rede mit dir nicht über dieses Thema" und gut ist. Hat beim letzten mal ganz gut geklappt. Es geht sicher nicht darum von allem und jedem akzeptiert zu werden, aber...

    Aber auch wenn man etwas nicht versteht, kann ich erwarten das man es akzeptiert und keine dummen Sprüche ablässt.

    Eben, ganz genauso sehe ich es auch. Leben und Leben lassen. Familienmitglieder oder Eltern, welche kein Verständnis haben und das ständig herausposaunen oder durch die Blume sticheln müssen, sind nur Opfer ihrer eigenen "Versagensängste" in der Erziehung vielleicht etwas falsch gemacht zu haben. Meine Eltern haben bestimmt eine Menge falsch gemacht - und sind mit Sicherheit um einige Ecken "mit Schuld" an meiner Situation - aber weder würde ich ihnen das auf irgendeine Weise vorhalten noch bringt mir diese Erkenntnis etwas, da ich im Endeffekt selbst damit leben muss.


    Es wird immer irgendwo ein schlechtes Gefühl von der Vorführung der eigenen Unzulänglichkeit bleiben, ich denke, dass ist ein sehr langer Prozess dies gänzlich zu "akzeptieren".

  • Jede Diskussion über meine Situation beende ich mit dem Satz "Ich rede mit dir nicht über dieses Thema" und gut ist. Hat beim letzten mal ganz gut geklappt. Es geht sicher nicht darum von allem und jedem akzeptiert zu werden, aber...

    ... aber es ist trotzdem schmerzhaft gell, gerade wenn diese Ignoranz von der eigenen Familie kommt, wo man doch Verständnis erwarten sollte...

    "Let the day perish on which i was born..."